Kartenzustand

Die Einschätzung des Zustands einer Magickarte ist eine der häufigsten Ursachen für Konflikte zwischen Käufern und Verkäufern. Ein Grund dafür ist, dass diese Einstufung keine exakte Wissenschaft ist. Eine Karte, die jemand als Near Mint bewertet, kann für jemand anderes durchaus nur Excellent sein. Zu einem gewissen Grad sind derartige Probleme unvermeidbar. Um zumindest die Möglichkeit für solche Missverständnisse zu reduzieren, haben wir einen Leitfaden erstellt, der helfen soll, Karten richtig zu bewerten.

Das Bewertungssystem, das für Magickarten verwendet wird, stammt ursprünglich aus dem Bereich der Baseballkarten. Die Zeitung Inquest Gamer übernahm das System um 1995 für Magic. Damals wurden als Abstufungen verwendet: Mint, Near Mint, Excellent, Very Good, Good, Fair und Poor. Mit der Zeit hat sich dieses System verändert und den Bedürfnissen der Magicspieler angepasst. Insbesondere am untere Ende des Spektrums werden heute meist weniger Abstufungen verwendet. Im Extremfall werden die sechs Abstufungen von Excellent bis Fair in Slightly Played (nur wenig gespielt) und Played (gespielt) zusammengefasst.

Es ist im Allgemeinen in Europa jedoch eher unüblich Karten als Played, Slightly Played oder Heavily Played zu bezeichnen. Die Bezeichnungen hierzulande orientieren sich immer noch stark an dem ursprünglichen System, das die PSA für Baseballkarten entwickelte. Fair und Very Good finden aber auch in Europa kaum noch Verwendung. Das System, das MKM verwendet, soll die in Europa verwendeten Abstufungen abbilden. Dementsprechend können Karten eingestellt werden als Mint, Near Mint, Excellent, Good, Light Played, Played oder Poor.

Weil "ein Bild mehr als tausend Worte" sagt, haben wir ein paar Beispielbilder hinzugefügt, die dir helfen sollen, den Zustand deiner Karten zu bestimmen.

Mint (M)

Der Zustand einer Mint Karte ist perfekt. Das bedeutet, dass die Vorderseite in einwandfreiem Zustand ist, also keinerlei Kratzer hat und absolut unverschmutzt ist. Die Rückseite muss ebenfalls in perfektem Zustand sein, ist also von der Rückseite einer Karte aus einem frisch geöffneten Booster nicht unterscheidbar. Karten, die von einem Künstler signiert wurden oder auf einem Grand Prix gestempelt wurden, dürfen niemals als Mint eingestellt werden, unabhängig davon ob die Karte ansonsten Mint wäre.

In den meisten Fällen ist es jedoch nicht besonders sinnvoll, Karten als Mint einzustellen. Für Karten, die noch gedruckt werden, unterscheidet sich der Wert einer Mint Karte fast nicht von dem einer Near Mint Karte. Die Standards für eine Mint Karte sind aber deutlich höher. Daher kann man meist nicht viel mit der höheren Einstufung gewinnen, verägert aber möglicherweise einen Sammler. Bei wirklich alten Karten aus den Jahren 1993-94 kann der Unterschied zwischen einem Near Mint und einem Mint Exemplar einer Karte allerdings gewaltig sein. Hier ist es dann durchaus sinnvoll genau zu überprüfen, ob eine Karte Mint ist und diese dann auch so einzustellen.

Near Mint (NM)

Eine Karte im Zustand Near Mint sieht so aus, als sei sie nie ohne Hüllen gespielt worden. Minimale Schönheitsfehler sind erlaubt, aber stärkere Abnutzungserscheinungen sollten nicht vorhanden sein.p>

Der Rand einer Near Mint Karte darf ein paar kleine weiße Stellen haben, aber es darf sich dabei wirklich nur um sehr wenige, sehr kleine Stellen handeln. Wenn man die Karte unter hellem Tageslicht betrachtet muss sie sauber erscheinen. Auch hier ist eine geringe Toleranz erlaubt, aber Kratzer sind tabu.

Eine andere Art Near Mint zu beschreiben wäre, dass die Karte in einem Turnierdeck als unmarkiert gelten würde, wenn sie in einem Deck ohne Hüllen gespielt würde (was wir natürlich nicht zu tun empfehlen).

Da die Bezeichnung Mint für aktuelle Karten häufig gar nicht verwendet wird, bedeutet Near Mint normalerweise, dass die Karte auch in besserem Zustand sein kann. In Amerika wird dafür häufig die Bezeichnung NM/M verwendet.

Excellent (EX)

Eine Karte im Zustand Excellent sieht aus als sei sie für ein paar Spiele ohne Hüllen verwendet worden. In den meisten Fällen kann man auf den ersten Blick erkennen, dass eine Excellent Karte nicht in perfektem Zustand ist. Der Schaden darf aber dennoch nur geringen Ausmaßes sein.

Excellent Karten haben meist einige weiße Stellen am Rand und an den Ecken. Die Oberfläche darf ein paar kleinere Schrammen haben, diese dürfen bei normalem Licht allerdings nicht direkt ins Auge springen.

Der Zustand einer Excellent Karte ist meist so, dass nicht ganz klar ist, ob sie in einem Turnier als unmarkiert durchgehen würde, wenn man sie ohne Sleeves spielen würde.

Amerikaner bezeichnen Karten, die wir als Excellent einstufen, meist als Lightly Played oder Slightly Played, was man jedoch nicht mit unserem Light Played verwechseln sollte.

Good (GD)

Eine Karte im Zustand Good sieht aus, als hätte sie ein längeres Turnier ohne Sleeves durchgestanden.

Eine Karte im Zustand Good zeigt üblicherweise deutliche Abnutzungserscheinungen in allen Bereichen der Karte, so dass weiße Stellen an Ecken und Kanten stark ausgeprägt sind. Die Oberfläche der Karte hat häufig ein paar Kratzer abbekommen und ist leicht verschmutzt. Es handelt es sich jedoch ausschließlich um normale Gebrauchsspuren. Die Karte hat keine Knicke oder Wasserschaden.

Eine Karte im Zustand Good würde in keinem Turnier als unmarkiert durchgehen, wenn man sie ohne Sleeves spielen würde. Das gilt selbstverständlich auch für alle Karten in schlechterem Zustand.

Das amerikanische Äquivalent zu Good ist typischerweise Moderately Played oder manchmal auch Very Good. Im Vergleich zum normalen Sprachgebrauch sind jedoch all diese Bezeichnungen deutlich beschönigend. Eine Karte im Zustand Good sieht nicht wirklich gut aus, sondern eher deutlich angeschlagen. Das gilt allerdings für die meisten der hier verwendeten Bezeichnungen.

Light Played (LP)

Eine Karte im Zustand Light Played sieht aus als wäre sie über einen längeren Zeitraum ohne Sleeves gespielt worden.

Das wichtigste Kriterium für eine Light Played Karte ist, dass sie zweifelsfrei turnierlegal ist, wenn man sie in einer Sleeve spielt. Außerdem ist die Karte nicht manipuliert worden, hat also keine geschwärzten Ränder, ist nicht bekritzelt usw.

Das amerikanische Äquivalent ist üblicherweise Played oder Good.

Played (PL)

Eine Karte im Zustand Played sieht so schlimm aus, wie eine Karte durch normalen Gebrauch jemals werden kann.

Eine Played Karte sieht ziemlich übel zugerichtet aus und es ist nicht immer klar, ob sie in Hüllen noch turnierlegal ist. Die Karte wurde jedoch nicht manipuliert, hat also keine geschwärzten Ränder, ist nicht bekritzelt, hat keine Risse usw.

Das amerikanische Äquivalent ist üblicherweise Played oder Good.

Poor

Alles andere ist Poor. Üblicherweise hat eine Karte im Zustand Poor Schäden, die nicht beim normalen Spielen mit einer Karte entstehen können.

Eine Karte im Zustand Poor kann man guten Gewissens als zerstört bezeichnen. Sie ist entweder so beschädigt, dass sie offensichtlich in keinem Turnier mehr verwendet werden kann oder sie ist auf anderem Wege so beschädigt worden, dass ihr Wert dadurch fast vollständig zerstört wurde. Beispiele dafür sind geschwärzte Ränder, bekritzelte Karten, schwere Wasserschaden und Risse in der Karte.

Im Amerikanischen wird Poor in der Regel genauso verwendet.

Zusätzliche Informationen

Einige der hier verwendeten Begriffe sind offensichtlich Denglisch, werden aber so in Deutschland verwendet. Sie ins Deutsche zu übersetzen würde im Zweifel mehr Verwirrung stiften als helfen und daher haben wir diese Begriffe so übernommen.